In ein paar Stunden ist die Fußball-Europameisterschaft 2008 Geschichte, und man kann es jetzt schon sagen: Es war einfach ein toller Titelkampf. Faszinierende Mannschaften, wie Portugal oder Niederlande, begeisterungsfähige Fans, attraktive Spiele und Resultate. Ja, die EM 2008 ist mit Sicherheit als Erfolg zu bewerten, auch als ein wirtschaftlicher, wenn am Rande der EURO so gut wie entschieden wurde, ab 2016 die kontinentalen Titelkämpfe mit 24 Mannschaften auszutragen. Acht Teams mehr bedeuten mehr Spiele, mehr Zuschauereinnahmen, mehr Werbeminuten, mehr Bierverkauf in den Fanzonen – einfach mehr von allem.
Ja, auch ich habe die EM genossen, zumindest bis zum letzten verschossenen Elfmeter Italiens gegen Spanien. Aufgrund meiner unvorsichtigen Zunge – „die Iberer schaffen es nie ins Finale“ muss ich jetzt vier Arbeitskollegen zum Spanier einladen, aber ich tue es gerne. Trainer Aragones und seine Mannschaft haben ein fast perfekte EM geboten, dass auch Toni, Buffon und Co. daran glauben mussten, ist eine andere Sache. Ein Trost bleibt ja den Italienern: Sie fuhren als Weltmeister wieder heim, und das können wenige der Teilnehmer von sich behaupten…
Spaß beiseite. Wer in den letzten Tagen in Braunau am Inn war, konnte einer interessanten Diskussionsreihe bewohnen: Faszination Fußball nannte sie sich, und faszinierend waren in der Tat die Ausführungen mancher Referenten, unter diesen Andreas und Wolfgang Hafer, die Enkel von Österreichs Wunderteam-Trainer Hugo Meisl, oder des deutschen Erfolgsautors Dietrich Schulze-Mermeling. Wer nicht dort war, bleibt das Internet: Braunauer Zeitgeschichte-Tage. Nachlesen lohnt sich!