Juni 26, 2008...10:12

Ni Hao. In 30 Tagen.

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Es gibt einiges zu tun hier in Wien in diesen Tagen, und dennoch blicke ich schon voraus auf ein cooles Ereignis, das sich mir nähert. Erstmals in meiner beruflichen Laufbahn werde ich bei Olympischen Spielen mit von der Partie sein! Olympische Winterspiele? Drei Ausgaben hautnah erlebt, 1998 in Nagano, 2002 in Salt Lake City, 2006 in Turin. Weltmeisterschaften? Sehr viele,  Sommer- wie Wintersport. Europameisterschaften? Ja, klar, auch.

Was mir fehlt in meinem Curriculum (oder für meine zu befriedigende Eitelkeit?) sind Olympische Spiele. In Peking bin ich Teil des Olympic News Service Teams, das vom niederländischen Unternehmen infostradasports.com zusammengestellt wurde. Als sports specialist kümmere ich mich um Fechten, und das ist gut so: Denn mit dem Degen stand ich selbst zwei, drei Jahre auf der Planche.

Ein sports specialist ist der Experte in dieser Disziplin. Er schreibt Vorschautexte und Reviews, er unterstützt den Supervisor bei der Koordination der Volunteers, er ist Anlaufstelle für Medienvertreter für ganz besondere Fragen. Wann Degenfechten für Frauen olympisch geworden ist. Wer die meisten Medaillen gewonnen hat. Wer der jüngste Fecht-Olympiasieger aller Zeiten ist. Und so weiter. Fechten gehört zu meiner großen Liebe, wie Judo, wie Leichtathletik, wie Langlauf, wie Skispringen (nur passiv, eh klar!), wie der Sport im allgemeinen. Viele Journalisten denken, dass sie dem Sport ihr Leben geben und sich für ihn aufopfern. Und übersehen, dass der Sport ihnen ein Leben gibt, ein Leben, das attraktiv und lebenswert ist. Sportjournalisten machen zumeist ihr Hobby zum Beruf.

Das habe ich in einem gewissen Sinne auch gemacht. Auch wenn ich darauf erpicht bin, vom Sport, mit all seinen Licht- und Schattenseiten, nicht in Geiselhaft genommen zu werden. Denn das Leben ist mehr als nur Sport.

In 30 Tagen fliege ich nach China. Ein paar Wortfetzen der wahrscheinlich schwierigsten Sprache der Welt kenne ich. Noch weniger Zeichen kann ich auch malen. Doch wichtiger ist meine Einstellung zu dieser neuen, tollen Erfahrung. Ich bin Kosmopolit. Ich mag Asien, ich mag China, werde zum dritten Mal dort sein, nach 1998 und 2001. Ich mag die Menschen, die Kultur, die Küche. Und ich werde kommunizieren können, ganz sicher.

 

 

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